Cowboy-Museum sperrt zu

Von: volksblatt.at
Nach 22 Jahren nimmt Fatsy den Cowboyhut


 

Dunkle Wolken hängen derzeit über der Traundorferstraße in Linz-Pichling: „Mir ist es, als hätten sie mir das Herz herausgerissen“, sagt Österreichs letzter Cowboy, den sie Fatsy nennen. Seit 22 Jahren betreibt Hans Jörg Ratzenböck, so sein bürgerlicher Name, dort das einzige Cowboymuseum Österreich, wenn nicht gar Europas. Mehr als 5000 Exponate haben er und Gattin Ilse in den USA zusammengetragen, um am Linzer Stadtrand die Geschichte des Wilden Westens authentisch darstellen zu können. Mit Erfolg. Rund 3000 Besucher lassen sich jedes Jahr in die Geschichte der großen Rindertriebe und der legendären Showdowns entführen. „Bei mir ist noch jeder begeistert hinausgegangen, egal ob Akademiker oder Hackler“, ist Fatsy stolz. Und jetzt das: Das Westernparadies ist vom Abriss bedroht. Die Geschichte erinnert ein wenig an einen Western: Allerdings sind weniger Rothäute oder schießwütige Gauner die Bösewichte. Ein Immobilienprojekt sorgt für Gefahr. Leider steht das Haus, das Ratzenböck gemietet hat, genau in der geplanten Zufahrt. „Die angespannte Lage zwingt uns leider, unser Museum zum Verkauf anzubieten“, so der 68-Jährige. Interessenten gäbe es bereits. Allerdings weit weg im Westen, sprich in Tirol. Lieber wäre es Ratzenböck, wenn er in der Nähe einen geeigneten Ausweichplatz finden würde. Nichtsdestotrotz will er die heurige Saison, die die letzte in Pichling sein wird, mit der für ihn typischen Begeisterung absolvieren. Am 5. Mai geht es los, jeweils Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr.