„I am, what I am!“

Hans-Jörg „Fatsy“ Ratzenböck war durch und durch Entertainer. Er liebte es, Menschen zu unterhalten – ob bei Festen, Faschingszügen, Harley-Paraden oder mit Geschichten aus dem Wilden Westen und von Cowboys, denen er ein eigenes Museum widmete.


 

Fatsy, der letzte Cowboy, ist nicht mehr. Am 24. Februar 2016 starb mit Hans-Jörg Ratzenböck eine Legende, ein Pichlinger Original.
Seinem Leben sind schon etliche Nachrufe gewidmet worden: Während des Krieges 1943 in Linz geboren, durchlebte er als Bub die Besatzungszeit, war fasziniert von den GIs und dem „American Way of Life“. Fatsy inhalierte die Kultur und machte sie zu seinem Lebensinhalt. Als junger Mann arbeitete er als Conférencier, Discjockey und Rock ’n’ Roll-Musiker. 1959 gru?ndete er die Band „ABC-Rockers“. Seit den Siebzigern begeisterte er sich für das Westernreiten und veranstaltete 1981 das erste österreichische Country und Western Festival. Das reiten hatte es ihm nicht nur am Rücken der Pferde angetan. Fatsy ritt auch schwere amerikanische Maschinen und war Präsident des Linzer Harley-Davidson Clubs.

Das Cowboy-Museum als Lebenswerk
Dass wir Fatsy heute als „Pichlinger Original“ bezeichnen, ist wohl seinem Lebenswerk, Europas einzigem Cowboy-Museum zuzuschreiben. Alles begann nach der Schließung des Holzbaubetriebes Habenschuß in der Raffelstettner Straße. Fatsy pachtete die dortige, nunmehr verfügbare Ölkamersölde und brachte den Hauch des Wilden Westens nach Pichling. Im Laufe der Zeit sammelten sich beeindruckende Exponate aus der amerikanischen Pionierzeit – vom Cowboy-Zahnarztbesteck bis hin zu indianischem Federschmuck. Zuletzt waren es mehr als 5000 Originale aus Übersee. Irgendwie besaß die Sammlung schon damals Strahlkraft. Plötzlich hieß Fatsys geliebte „amerikanische Jauche“ im Geda-Markt unter Volksschu?lern nicht mehr „Cola“ sondern „Fatsy-Saftl“. Anfang der Neunziger übersiedelte die Sammlung in die Traundorfer Straße. len Geschichten und Erzählungen, die Fatsy mit seiner rauhen Stimme zum Besten gab. Hufeisen- und Lassowerfen durften ebensowenig fehlen wie eine Planwagenfahrt. An seiner Seite dabei immer Fatsys Frau Ilse.
Beide investierten immense Zeit und Energie in ihr Projekt. Als das Museum aufgrund eines Liegenschaftsverkauf vor wenigen Jahren beinahe geschlossen hätte werden müssen, kämpften sie erfolgreich für den Erhalt. Und es wird auch jetzt, nach Fatsys Tod, in seinem Sinne weitergeführt. Fatsy, danke!