Hans Lehner

Besonders gut kann sich Herr Hans Lehner (Jg. 1926) an seine Kindheit in Pichling erinnern.

Seine Eltern lebte seit 1917 als Untermieter im Mörtenhuber-Haus (Traundorferstr. 252), das beim Hochwasser 1954 teilweise einstürzte, ehe Herr Lehner 1956 einen Baugrund erwarben.

Sein Vater war als sogenannter „Streckengeher“ bei der Bahn beschäftigt und musste täglich die Geleise zwischen Linz und St. Valentin abschreiten.

Die Volksschule besuchte Herr Lehner, wie alle Pichlinger bis Anfang der 60er Jahre, in Ebelsberg. Sein täglicher Weg führte ihn vom Mörtenhuber in der Traundorferstraße über das Gasthaus Grill, den Kochlöffel- und den Schiltenberg.

Eine Anekdote ist ihm besonders in Erinnerung geblieben und er mutmaßte, dass diese auch der Grund für seine Glatze sei: Ein Raufbold aus seiner Klasse forderte Herrn Lehner im Religionsunterricht auf, einen Bleistift auf den Boden zu legen, damit der Katechet darauf ausrutsche. Genau das geschah auch!

Vor lauter Wut packte ihn der Katechet an den Haaren, rieß ihm dabei ein Büschel aus und warf ihn aus der Klasse.

Genau erinnerte sich Hans Lehner auch an den Einmarsch Hitlers im Jahre 1938: Es war ein warmer Märztag, als der „Führer“ im schwarzen Wagen auf der B1 Richtung Wien fuhr und ihm die Leute, darunter auch Herr Lehner als 12jähriger Bub vom Dach der Florianerbahnhaltestelle beim Schiltenberg (heute gegenüber vom Billa) zuschauten.

Während des Krieges half Herr Lehner am Hof der Familie Denkmayr (heute Cowboy-Museum Fatsy). Diese hatte als einzige in Pichling einen sogenannten „Volksempfänger“, also ein kleines Radio.

War eine wichtige Ansprache angekündigt, musste Hans Lehner zu Mittag Bänke rund um dieses Gerät aufstellen. Am Abend fanden sich dann die Pichlinger ein, um gemeinsam die Neuigkeiten zu hören. Dabei wurde Brot und Most ausgeschenkt, dafür hob man 50 Pfenning als „Eintrittsgebühr“ ein.