Besatzung 1945-1955

Neben Wien war Linz die einzige von den Besatzungsmächten geteilte Stadt Österreichs. Die Demarkationslinie verlief direkt entlang der Donau. Im Norden (Urfahr) die Russen, im Süden die Amerikaner.

So befand sich auch Pichling in der US - Zone.

Über die damalige Zeit gibt es viele heitere Anekdoten:

So erzählt zum Beispiel Frau Durstberger (Jg. 1923), Tochter des Hager-Fischers am Mitterwasser von einer Begebenheit, die sich während der ersten Besatzungszeit zugetragen hat.

Wie schon erwähnt, verlief die Demarkationslinie zwischen russischer und amerikanischer Besatzungszone entlang der Donau.

Natürlich stellten beide Seiten Posten ab, um diese "Grenze" zu bewachen (denn schon bald nach dem Krieg standen sich die einst Verbündeten nicht mehr wirklich freundlich gegenüber). So befand sich auch in der Nähe des Mitterwassers ein US-Posten, der mit vier Soldaten besetzt war.

Natürlich hatte Frau Durstberger aufgrund des väterlichen Fischereibetriebes in diesem Gebiet des öfteren zu tun und musste auch ab und zu das Mitterwasser queren.

Die "Amis" beobachteten sie mißtrauisch und schließlich folgten ihr zwei Soldaten. Diese staunten nicht schlecht, als sie quer durch die Au marschierten und zur Donau kamen, für welche sie ursprünglich das Mitterwasser gehalten hatten.

 

Doch steht auch fest, dass das damalige Leben von großen Entbehrungen und nicht immer reibungslosem Zusammenleben zwischen Besatzern und Pichlingern geprägt war.

Gerade in den ersten Wochen nach dem Krieg war das (Über)Leben nicht gerade einfach und auch danach blühte der Schwarzhandel, dass manch ein Pichlinger die Zustände als geradezu "mafiaähnlich" beschreibt.