Der Hager-Fischer beim Netz flicken beim Fischerhaus an der Schinterlacke

Frau Rosa Diwisch, geb. Hager, Jahrgang 1917, hat ihr Leben am Wasser verbracht, an der Schinterlacke, dort wo Traun und Donau sich vereinen. Ihr Vater war einer der letzten Nauführer, das waren die Kapitäne der Flößer. Bis in die 30er Jahre wurden unweit ihres Hauses, dem Hager-Fischer (ihr Vater war auch Berufsfischer), im Floßhafen Fracht von den kleineren Floßen, die auf der Traun fuhren, auf große sogenannte „Pesterfloße“ (fuhren nach Budapest) umgeladen - Holz, Salz, Vieh...

In der Schiffmannsstube des Hager-Fischers wurde übernachtet. Neben dem Hager-Fischer gab es den Hager-Wirt, ein beliebtes Gasthaus, das bis Anfang der 70er Jahre existierte, mit dem Bruder des Fischers als Wirt. Schon als Kind erlernte Frau Diwisch von ihrem Vater die Fischerei. Wenn sie von der Schule nach einem einstündigen Fußmarsch von Kleinmünchen nach Hause kam, wurde sie von ihrem Vater schon zum Fischen erwartet. Mit ihrem Fang fuhr sie dann in Pichling von Haus zu Haus, um Fische zu verkaufen.

Natürlich gab es auch beim Hager-Wirt stets Fisch auf der Speisekarte. Als sich die Flößerei aufgehört hatte, widmete man sich ganz der Fischerei. Jahr für Jahr musste man mindestens 2mal alles auf den Dachboden des Hauses räumen, wenn es wieder Hochwasser gab und man nur mit Zillen das Haus verlassen konnte. Heute wohnt Frau Diwisch mit ihrem Gatten, einem ebenfalls gelernten Fischer, der auch als Pensionist noch Fischer ausbildet, in der Knollgutstraße, wo sie kaum mehr ein Hochwasser zu befürchten hat.

Berthold Reiter 

 

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