Frauenlauf am Pichlingersee, 19. Juni 2011

Sport einmal anders: Jede Starterin darf sich als Siegerin feiern lassen

LINZ. Echte Frauen können zwar süß sein, aus Zucker sind sind jedoch nicht. Denn an die 900 Sportlerinnen zeigten beim 13. Linzer Frauenlauf und beim 4. Frauentriathlon den düsteren Wetterprognosen einfach die kalte Schulter. Auch die OÖN waren als wetterfester Partner mit dabei.

 

Bis auf zwei „kleine Güsse“ blieb die 3,4 Kilometer lange Laufstrecke rund um den Pichlingersee vom befürchteten Starkregen verschont, die Athletinnen konnten ihrer Freude am Sport somit freien Lauf lassen. Auf der Langdistanz (6,8 km) zeigte Favoritin Bernadette Schuster (SK Voest) diese von Beginn weg und erlief einen ebenso sicheren Start-Ziel-Sieg wie Irmgard Strasser (St. Peterer Meilenläufer) auf der 3,4-Kilometer-Distanz. Wesentlich spannender mit vielen Wechseln an der Spitze dann der Frauentriathlon. Und der brachte mit Katrin Lang (Hellmonsödt) gar eine Premierensiegerin: Die 28-Jährige stieg nach 200 Metern als Achte aus dem Wasser, radelte über 10 Kilometer die fünftbeste Zeit und war auf den abschließenden 3,4 Kilometern in Laufschuhen absolut Schnellste. „In der Wechselzone hätte es mich beinahe umgeschmissen, so schwindlig war mir nach dem Schwimmen“, sagte die Sportwissenschafterin, die sich ihren Neoprenanzug vor dem Start erst von Duathlon-Landesmeisterin Daniela Rechberger ausborgen musste:„Die Belastung beim Triathlon ist enorm, aber dieser Sport gefällt mir. Beim nächsten Mal werde ich mir eine etwas längere Distanz aussuchen, das kommt mir mehr entgegen. Jetzt geht's aber erst mal ab zur Siegesfeier!“

 

Gefeiert wurde bei der 13. Auflage des Events schon vor dem Startschuss: Mit 60 Triathletinnen, 832 Anmeldungen für Frauen- und Kinderläufe sowie Nordic-Walking-Bewerb durfte sich Veranstalter Ewald Tröbinger über einen Teilnehmerrekord freuen: „Hier geht es auch um Leistung, vor allem aber um Spaß am Sport. Jede der Frauen, die mitgemacht haben, ist eine echte Siegerin!“

 

„Beim Frauenlauf zählt das Miteinander mehr“

LINZ. Ein Sporttag ganz im Zeichen der Frauen: Der Pichlingersee lieh dem Linzer Frauenlauf und -triathlon am Sonntag seine Kulisse. An die 900 Sportlerinnen machten ihn zum Rekordlauf.

OÖN: Ganz ohne Männer geht es auch beim Frauenlauf nicht. Sie veranstalten ihn bereits zum 13. Mal.

Ewald Tröbinger: Die Initiative ging aber 1999 von Christiana Dolezal aus. Ich habe den Lauf dann nur aufgrund meiner Erfahrung organisieren dürfen.

OÖN: Und das mit Begeisterung!

Ewald Tröbinger: Sogar von Jahr zu Jahr mehr. Bei Frauenläufen ist die Stimmung viel angenehmer. Männer sind chaotischer, da zählt nur die persönliche Bestleistung. Frauen hingegen sind disziplinierter, engagierter, Spaß ist wichtiger als Höchstleistung. Da geht es um den Event, zählt das Miteinander.

OÖN: Und Frauen lassen sich selbst von widrigsten Wetterprognosen nicht vom Sporteln abhalten.

Ewald Tröbinger: Über dieses Starterfeld bin ich selbst total überrascht. Wir haben damals mit 200 Läuferinnen begonnen, nun sind wir Österreichs zweitgrößte Frauen-Laufveranstaltung


Quelle: Oberösterreichische Nachrichten, 21.6.2011